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Prof. Dr. Peter H. Seeberger

Peter H. Seeberger wurde 1966 in Nürnberg geboren. Er studierte sechs Semester Chemie an der Universität Erlangen-Nünberg, bevor er 1990 als
Fulbright Stipendiat an die University of Colorado in Boulder wechselte, wo er 1995 in Biochemie promovierte. Nach einem Postdoc Aufenthalt am Sloan-Kettering Cancer Center in New York City (1995-1997) begann er seine Karriere als Assistant Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wo er 2002 zum Firmenich Associate Professor mit tenure befördert wurde. Von 2003- 2009 war er Professor am Laboratorium für organische Chemie an der eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, von wo er 2009 als Direktor an das Max-Planck Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam sowie als Professor an die FU Berlin wechselte. Seit 2003 ist er außerdem als Affiliate Professor am Sanford-Burnham Institute for Medical Research in La Jolla, USA tätig. Seine Abteilung forscht im Bereich der Chemie und Biologie der Zucker, wobei aus der Grundlagenforschung heraus praktische Anwendungen in der Entwicklung von Impfstoffen und Diagnostika entstehen. Immunologie und Impfstoffforschung sowie Membranchemie sind weitere Forschungsthemen.
Daneben beschäftigt sich Prof. Seeberger mit der Entwicklung kontinuierlicher Prozesse für die Pharmaforschung und die Polymerchemie.
Anwendungen im Bereich der Nanotechnologie werden verfolgt. Seine Forschungsergebnisse wurden in mehr als 250 Artikeln sowie zwei Büchern veröffentlicht und in mehr als 500 eingeladenen Vorträgen beschrieben.
Aus seinen Arbeiten entstanden bisher zwei Firmen – Ancora Pharmaceuticals (Medford, USA) beschäftigt sich mit der Entwicklung von Impfstoffen, währendi2chem (Cambridge, USA) kontinuierliche Syntheseprozesse entwickelt. Für seine Arbeiten wurde Prof. Seeberger bisher mit mehr als 25 internationalen Preisen geehrt, unter anderem dem Körber Preis 2007.

Kontakt: peter.seeberger@mpikg.mpg.de

Designerzucker als Impfstoffe

Neue Waffe im Kampf gegen Malaria und Bakterien - von Prof. Dr. Peter H. Seeberger

Zucker auf der Oberfläche menschlicher und bakterieller Zellen bilden einen dichten Pelz, der dem Schutz und der Kommunikation dient. So tragen verschiedene Zellen ganz bestimmte Zucker, die – wenn synthetisch nachgebaut – die Basis für Impfstoffe und Diagnostika abgeben. Diese Anwendungen blieben lange weitgehend ungenützt, weil die chemische Zuckersynthese bisher extrem zeitaufwändig war. Ein neuer, vollautomatischer Oligosaccharid-Syntheseapparat...