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Medizin: Dem Krebs den Kampf angesagt

Diagnose Krebs. Dies ist wohl eine der schlimmsten Nachrichten, die ein Mensch erhalten kann. Viele verzweifeln, ziehen sich komplett zurück, verlieren den Mut und die Hoffnung. Nicht so Thomas Sonntag, der seiner Krankheit den Kampf angesagt hat. Eine seiner Waffen ist der Sport.

Kurz bevor wir uns zum Gespräch trafen, wusste ich nur, dass bei ihm 2003 maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) diagnostiziert wurde und er trotzdem in den letzten Jahren enorme Erfolge im Turmspringen feiern konnte. Wie passte das zusammen? Seine Geschichte und sein positives Auftreten ließen mich klarer sehen.
Mit elf Jahren wechselte der heute 51-jährige vom Turnen zum Turmspringen. Bis zum 14. Lebensjahr war er an der Sportschule Dresden, dann musste er wegen „Morbus Scheuermann“ abtrainieren. 28 Jahre später begann er wieder mit dem Springen in Frankfurt am Main beim Höchster SV 1893. 2003 kam die schreckliche Diagnose: maligne Melanom, Entfernung im Dezember 2003. Im Juni des darauffolgenden Jahres spürte Sonntag eine Schwellung der Lymphknoten in der rechten Achselhöhle, einen Monat später folgte die OP. Zwei von allen neun entfernten Lymphknoten waren mit Metastasen gefüllt. Er hatte sich schon zur Interferontherapie eingecheckt, als er einen Anruf aus dem Nordwest Krankenhaus in Ffm bekam, der ihm die Möglichkeit bot, an einer neuen Therapieform (Vakzinierung) teilzunehmen. Ohne lange zu zögern sagte Thomas Sonntag zu. Bei der neuen Therapieform werden T-Lymphozyten aus seinem Blut filtriert und mit einem Serum kombiniert, subkutan injiziert alle 4 Wochen. Für ihn bedeutet dies eine bessere Lebensqualität, er kann arbeiten und seinem Sport nachgehen, was bei einer Chemotherapie nur schwer vorstellbar ist.

Sport als Befreiung

Daneben spielt der Sport eine entscheidende Rolle. Wenn der Turmspringer trainiert, fühlt er sich gut und frei. „Krebspatienten, die sich sportlich betätigen können, stärken das Immunsystem und bieten damit einen Kampf dem Krebs. Durch Sport kann ich mich auch sehr leicht von Gedanken befreien, die mich evtl. wieder zum Thema Krankheit zurückwerfen könnten. Krebs steht nach einer sehr guten Psychotherapie hinter mir und wird mich auch nicht mehr einholen können. Ich denke stets positiv und blicke nach vorn“, beschreibt Sonntag den Stellenwert, den der Sport für ihn einnimmt. Und er möchte damit auch anderen Krebspatienten Kraft und Mut geben. Man muss sich nur seine sportlichen Erfolge anschauen, das sollte jedem zeigen, dass man auch mit einer Krankheit erfolgreich und positiv durch das Leben gehen kann und eine Menge erreichen und leisten kann. In den letzten Jahren feierte er Hessische-, Deutsche- und Europameistershcaften (Masters). Ganz aktuell ist Thomas Sonntag 2009 Europameister vom 1m, 3m und Turm in Sevilla geworden. Und was sind seine weiteren Ziele? „Der größte Erfolg, den ich feiern möchte ist, dass ich nie mehr mit Tumorzellen konfrontiert werde. Außerdem gehört dazu, meinen Beruf weiterhin ausüben zu können und im nächsten Jahr bei der Weltmeisterschaft der Masters in Göteborg erneut sehr gute Platzierungen zu erreichen.“

Wir wünschen ihm dafür viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft!

Masiar Sabok Sir

Einen aktuellen Bericht über Thomas Sonntag können Sie sich unter folgendem Link anschauen: http://www.rtl-hessen.de/videos.php?video=9128&kategorie=10

Ausgabe L&M 1 / 2010

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe L&M 1 / 2010.

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