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Urinzytologie

Urinzytologie

Buchtipp

Die Nieren eines Erwachsenen produzieren täglich bis zu 1,5 Liter Urin. Dies reguliert den Flüssigkeitshaushalt des Körpers, wenn alles zufrieden stellend verläuft. Mit dem Urin
werden Stoffwechselendprodukte ausgeschieden, wie beispielsweise Harnstoff oder Harnsäure. Die Untersuchung des Urins dient der Klärung des Zustandes der Nieren sowie der Harnröhre, der Harnleiter und der Harnblase. So erkennt man auch akute und chronische Niereninsuffizienz, akutes Nierenversagen, ein nephrotisches Syndrom, aber auch Verletzungen. Infektionen der Harnröhre, der Nieren und des Nierenbeckens
können bestimmt werden. Veränderungen in der Urinzusammensetzung als Hinweis für Stoffwechselerkrankungen – z.B. Diabetes mellitus bei erhöhtem Glukose-Gehalt – werden erkannt. Und auch alle, die mehr oder weniger heimlich den Körper durch den Konsum von Medikamenten, Drogen, Dopingmitteln manipulieren, fürchten schon lange die Möglichkeiten der modernen Analytik.

Buch-Tipp

Die Matula, das Glas zur Harnbeschau, war im Mittelalter das Erkennungszeichen
der Ärzte und ist im Emblem der Deutschen Gesellschaft für Urologie, des Berufsverbandes der Deutschen Urologen und der Amerikanischen Gesellschaft für Urologie enthalten.
Dies ist auch heute noch ein Hinweis auf die zentrale Bedeutung der Urindiagnostik als ärztliche und insbesondere urologische Untersuchungsmethode. Im Mittelalter wurden in erster
Linie die Farbe und der Geruch de Urins beurteilt. Da dem Arzt jedoch nicht genügend andere Methoden zur Verfügung standen, entwickelte sich aus der Uroskopie eine Uromantie. Thomas Brian war einer der Ersten, die mit kritischen Publikationen die Harnbeschau infrage stellten. Erst die wissenschaftliche chemische und mikroskopische Urinuntersuchung im 19. Jahr- hundert führte zur erneuten ernsthaften Auseinandersetzung mit der Urinanalyse als relevanter diagnostischer Methode.

Geschichte der Urinzytologie
Rathert · Roth
ISBN 978-3-540-31038-9 (Print)
978-3-540-31041-9 (Online)

Ausgabe L&M 4 / 2009

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe L&M 4 / 2009.
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