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Chemie
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HPTLC in der Trinkwasseranalytik
HPTLC in der TrinkwasseranalytikAnalyse von organischen Substanzen in WasserDie Tatsache, dass wir täglich mit Wasser zu tun haben, erfordert eine umfassende Überwachung sowohl des Trinkwassers als auch der aquatischen Umwelt. Nur so ist eine hohe Trinkwasserqualität sicherzustellen. Heute sind mehrere Millionen von -chemischen Verbindungen bekannt, wovon viele als Umweltschadstoffe angesehen -werden können. Die Einzelstoffanalytik ist aufgrund der großen Anzahl an Schadstoffen mit der Überwachung von Umwelt- und Wasser-proben häufig überfordert [1]. Es ist zwar möglich, mithilfe von physikalisch-chemischen Analysetechniken wie der Gaschromatographie (GC) oder der Flüssigkeitschromatographie (LC) – gekoppelt mit der Massenspektrometrie (MS) – bis zu einigen hundert Verbindungen simultan zu untersuchen. Dennoch können mit diesen Verfahren lediglich Substanzen detektiert werden, die gezielt gesucht werden. Bisher noch unbekannte Substanzen oder Transformationsprodukte werden nicht erfasst. Eine Alternative stellt das Screening unter Verwendung der Planar-Chromatographie dar, insbesondere bei Einsatz der HPTLC (High Performance Thin Layer Chromatography). Die planare Chromatographie ermöglicht die Analyse von vielen organischen Substanzen. Durch den Einsatz der Mehrfachentwicklung, der so genannten „Automated Multiple Development“ (AMD)-Technik mit Gradienten-elution, können komplexe Gemische aus polaren und -unpolaren Substanzen effektiv getrennt werden. Verschiedene Detektionsverfahren lassen sich in der Planar-Chromatographie einsetzen.
Organische Substanzen können beispielsweise durch Fluoreszenzlöschung erkannt werden. Zum Einsatz kommt hierbei ein Fluoreszenzindikator, der auf der TLC-Schicht gebunden ist und bei einer Wellenlänge von 254 nm angeregt wird. Des Weiteren ist es möglich, Verbindungen aufgrund ihrer Eigenfluoreszenz bei einer Anregungswellenlänge von 366 nm nachzuweisen.
Für eine umfassende Analyse, mit der Möglichkeit der quantitativen Auswertung, kann ein Scanner zur Messung der Absorption im UV/Vis-Bereich bzw. der Messung der Fluoreszenz eingesetzt werden. Zudem lässt sich das Vorhandensein verschiedener funktioneller Gruppen durch Derivatisierungen auf der TLC-Platte nachweisen. So sind beispielsweise Carbonylverbindungen, nach der Reaktion mit 2,4-Dinitro-Phenylhydrazin (2,4-DNPH), als gelb bis orange-rote Banden zu erkennen [2].
Auf diese Weise ist es möglich, Substanzen wirkungsbezogen zu analysieren (wirkungsbezogene Analytik, WBA). Die Kombination der planaren Chromatographie mit dem Leuchtbakterientest (Vibrio fischeri) hat sich als besonders effektiv erwiesen [4-9].
Zudem können Substanzen aus einzelnen Banden der Massenspektrometrie (MS) durch Extraktion von der Platte mittels eines TLC-MS Interfaces (Camag, Schweiz) zugänglich gemacht werden [10]. Beispielsweise kann durch die Verwendung eines Quadrupol-Flugzeitmassenspektrometers (QTOF-MS) (Agilent Technologies, USA), anhand der exakten Masse die Summenformel der Verbindung ermittelt werden.
Potenziell umweltrelevante Verbindungen werden unter anderem über Autobahnabwässer in die aquatische Umwelt eingetragen. Zur Untersuchung des Abwassereintrags von der Autobahn wurde ein Regenrückhaltebecken beprobt. Bei der Betrachtung der entwickelten Platte unter dem UV-Licht bei 254 nm bzw. 366 nm sind deutlich mehrere Banden zu erkennen. Nach dem Tauchen der Platte in eine Leuchtbakteriensuspension wird deutlich, dass die meisten bioaktiven Substanzen sich im mittleren Rf-Bereich befinden. Um Carbonylverbindungen zu detektieren, wurde eine weitere Platte unter gleichen Bedingungen entwickelt und in eine schwefelsaure 2,4-DNPH-Lösung getaucht. Die auf den Nachweis positiv reagierenden Banden verfärbten sich orange (Abb. 1).
Zur weiteren Untersuchung wird die in Abb. 1 orange umrahmte Bande des Chromato- gramms mithilfe eines TLC-MS Interface von der Platte extrahiert und einem QTOF-MS zugeführt. Hierzu wird die HPTLC-Platte mithilfe eines Koordinatensystems auf dem Interface positioniert und ein mit Druckluft betriebener Stempel wird auf die Platte gepresst. Mittels einer HPLC-Pumpe wird ein Eluent durch den Stempel geleitet, extrahiert dabei
Zusammenfassung Bei der planaren Chromatographie handelt es sich um ein offenes System, deshalb können verschiedenste Detektionsmöglichkeiten nach der Trennung angewandt werden. Neben der Messung der UV/ViS-Absorption über die einzelnen Probenbahnen, kann die Probe auch wirkungsbezogen auf der Platte analysiert werden. So ist es möglich, bei einem Screening mit der HPTLC biologisch aktive Substanzen zu erkennen. Für die weitere Untersuchung der relevanten Banden, können diese einem MS zugeführt werden. Zusätzlich lassen sich durch Derivatisierungsreaktionen auf der Platte weitere Strukturinformationen gewinnen.
Literatur: |
Ausgabe L&M 4 / 2009Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download Die Autoren:Weitere Artikel online lesen |



